Jakob Ullmann &
Ernstalbrecht Stiebler

Slow Motions

Mo. 02.11. 2015, 20:00
Heimathafen Neukölln

PROGRAMM

JAKOB ULLMANN

  • Solo I, für Flöte (1992/93 – 2010)
  • Solo II, für Fagott (1992/93 – 2010)
  • Solo IV, für tiefes Streichinstrument (2013/14)
  • Solo V, für Klavier (2013/2014) (Simultanaufführung)
  • Erik Drescher – Flöte
  • Dafne Vicente-Sandoval – Fagott
  • Ellen Fallowfield – Violoncello
  • Jane Dickson – Klavier

ERNSTALBRECHT STIEBLER

  • Im Raum, für Viola und Violoncello (UA)
    Biliana Voutchkova – Viola
    Andreas Voss – Violoncello
  • Quart solo, für Klavier (1998)
    Ernstalbrecht Stiebler – Klavier
  • Duo 3, für Violine und Klavier (2005)
    I. Alterationen; II. Unschärfen; III. Stillstand
    Biliana Voutchkova – Violine
    Ernstalbrecht Stiebler – Klavier

INFO

Jakob Ullmann und Ernstalbrecht Stiebler haben vieles gemeinsam, angefangen bei der tiefen Konzentration und Versenkung, die ihren Kompositionen innewohnt, bis hin zu ihrem Verhältnis zum Zeitmaß in der Musik. So ist es nur folgerichtig, beide Komponisten an einem Abend gegenüber zu stellen. Die Betreiber der Neue Musik Reihe Kontraklang und des CTM Festivals mögen sich den Phänomenen Ullmann und Stiebler von unterschiedlichen Seiten nähern; dieser Abend gilt jedoch der Schnittmenge ihres musikalischen Interesses.

Als Komponist in der DDR, der John Cage verehrte und der wie dieser die Klänge von Intentionalität und gesellschaftlicher Semantik befreien wollte, ist Jakob Ullmann naturgemäß immer wieder mit dem System in Konflikt geraten. Der Totalverweigerer des Wehrdienstes bei der NVA hat nach Lehraufträgen zur mittelalterlichen und Neuen Musik an verschiedenen Universitäten inzwischen eine Professur für Kompositionen an der Hochschule für Musik in Basel inne. Die stille Musik des Jakob Ullmann soll den Zuhörern die Möglichkeit geben, mehr und besser zu hören. Seine Partituren sind hintergründige Texte, die allererst enträtselt werden müssen. Sie haben oft den Charakter eines mehrfach überschriebenen Pergaments, dessen Textschichten radiert, übermalt oder überklebt wurden und das intensives Lesen erfordert.

Als einer der ersten deutschen Komponisten, der minimalistische Kompositionstechniken erprobte und anwandte, gehört Ernstalbrecht Stiebler zu den Pionieren einer streng reduktionistischen, repetitiven, am Klang orientierten Musik. Stieblers kompositorische Werke zeichnen sich vor allem durch minimalistische Verknappungen aus, wodurch die Klangräume, die sich um einzelne Töne herum eröffnen und ineinander greifen, besonders betont werden. Stiebler studierte Komposition und Piano an der Musikhochschule Hamburg, ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und erhielt zahlreiche Preise. Das CTM Festival 2013 widmete dem Komponisten einen Konzertabend. Das Berliner Plattenlabel m=minimal hatte einige Stücke neu veröffentlich und damit einen ersten Schritt hin zu einer neuen und breiteren Rezeption von Stieblers Werk gewagt.

Jakob Ullmann and Ernstalbrecht Stiebler have much in common, beginning with their approaches to time and the deep concentration and immersion inherent in their music. Thus it is only logical to program them together. Although the curators of the contemporary music series Kontraklang and the CTM Festival come to these composers from different angles, this cooperation represents an intersection of their interests.

As a composer in the GDR whom John Cage respected and who, like Cage, wished to free sounds from intentionality and social semantics, Jakob Ullmann was perpetually in conflict with the system. After having various teaching positions in the subjects of medieval and contemporary music in the GDR, the conscientious objector to the National People’s Army (NVA) obtained a position at the Basel conservatory. Ullmann’s quiet music gives listeners the oppostunity to listen more and better. His scores are background texts, which must be unraveled; they often suggest a palimpsest whose layers have been rubbed out or overwritten and require an intense reading on the part of performers.

As one of the first German composers involved with minimalism, Ernstalbrecht Stiebler belongs to the pioneers of reductive, repetitive, sound-oriented music. Stiebler’s compositional works are noteworthy above all for their concentration of resources, sound spaces in which single tones blossom and intertwine. Stiebler studied composition and piano at the Hamburg conservatory, is a member of the Akademie der Künste Berlin, and has received many prizes. The 2013 CTM Festival dedicated an evening to his music, and the Berlin record label m=minimal has released a number of his pieces, steps toward developing a new and wider reception of his work.

Jakob Ullmann – Ernstalbrecht Stiebler

Jakob Ullmann, (c) Frank Bauer

Unterstützung

  • In Zusammenarbeit mit CTM Festival

  • Die Präsentation der Stücke von Jakob Ullmann wird unterstützt durch das Projekt SHAPE – Sound and Heterogenous Performance in Europe mit finanzieller Unterstützung durch das Programm Creative Europe der Europäischen Union.

Tickets

  • Vorverkauf: 11 €, ermäßigt: 9 € (ggf. zzgl. VVK-Gebühr)
  • Abendkasse: 13 €, ermäßigt: 10 €
  • VVK im Heimathafen Neukölln (ohne VVK-Gebühr) | Karl-Marx-Straße 141, Vorderhaus, 3. Stock | Mo. bis Fr. von 10 bis 17 Uhr
  • Infos & Reservierung 030. 56 82 13 33, karten@heimathafen-neukoelln.de
  • Tickethotline Koka 36: 030. 61 10 13 13 (zzgl. VVK-Gebühr)
  • Online: KOKA36